Nützlinge helfen den Landwirten

Die Schweizer Landwirtinnen und Landwirte wenden viele Massnahmen an, um die Kulturen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. 
Das wird schon heute angewendet:

  • Angepasste, vielfältige Fruchtfolge
  • Resistente Sortenwahl
  • Standortgerechte Produktion (Optimale Bedingungen für Kulturen schaffen)
  • Angepasste Bodenbearbeitung für einen gesunden Boden
  • Gesundes Saat-/ Pflanzgut
  • Förderung von Nützlingen

 
Diese vorbeugenden Massnahmen sind nicht immer ausreichend. Die Qualitätsansprüche der Abnehmer, Verarbeiter und Schlussendlich der Konsumenten sind hoch. Es wird verlangt, dass die Früchte und das Gemüse sind. Es kann ganze Chargen deklassiert werden, nur weil z.B. einzelne Äpfel eine vernarbte Frassstelle haben. Der Apfel wäre geniessbar, sieht aber optisch nicht gut aus. Weiter kommen Kriterien wie z.B. Schäden durch Blattläuse, Pilzflecken, Drahtwurmlöcher oder weitere Ursachen dazu. Diese und weitere Kriterien müssen von den Produzenten erfüllt werden, um die Produkte überhaupt abliefern zu können.

Welche Hilfsmittel verwenden die Landwirte?

Durch den Einsatz von speziellen Düsen werden die Pflanzenschutzmittel gezielt ausgebracht. 

Die Pflanzenschutzmittel können nur eingesetzt werden, wenn diese durch vier verschiedene Behörden geprüft und zum Einsatz freigegeben wurden. 

Die Landwirtinnen und Landwirte produzieren das, was der Handel, die Abnehmer und schlussendlich die Konsumenten verlangen.

 Was wäre, wenn keine Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden können? 

Wenn keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden können, geht die Schweizer Produktion je nach Kultur um 20 bis 40% zurück. Je nach Witterung, bei niederschlagsreichen Jahren, gibt es deutlich höhere Ausfälle. In Spezialkulturen wie Reben, Obst, Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben oder Raps muss wegen dem hohen Krankheitsdruck mit Totalausfällen gerechnet werden. Zusätzlich zum Ernteausfall wird auch die Haltbarkeit von hochwertigen Lebensmitteln verschlechtert. Es kommt zu höheren Lagerverlusten (z.B. bei Kartoffeln durch Silberschorf).

Das wichtigste bleibt aber, dass nicht annähernd diese Qualität erreicht werden kann, welche die heutigen Konsumenten erwarten.

Die ernährungsbewusste Bevölkerung möchte sich trotzdem, obwohl das Angebot mit inländischen Produkten kleiner wäre, ausgewogen ernähren. Dies führt zu mehr Importen

Ist das die Lösung? 


Biologische Pflanzenschutzmittel immer häufiger im Einsatz

Auch die konventionellen Landwirte setzen immer häufiger biologisches Mittel ein. Der Einsatz von Schlupfwespen (Nützling) gegen den Maiszünsler wird praktisch flächendeckend eingesetzt. Beim Apfel- und Traubenwickler ist die Verwirrungstechnik mit Pheromonen sehr erfolgreich. 
Der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln hat im Zeitraum von 2008-2019 um 12,7% abgenommen. Im gleichen Zeitraum wurd 40,5% weniger konventionelle Mittelverkauft. Der Absatz für Produkte wurde im Biolandbau um 54,7% gesteigert.

Vergleich Schweiz-Ausland

Von einigen Kreisen wird den Landwirten vorgeworfen, dass im Inland verhältnismässig mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird als im Ausland. In der Schweiz gelten jedoch natürliche Mittel wie Tonmineralien, Öle, Schwefel, Kalk und Ähnliches ebenfalls zu den Pflanzenschutzmitteln. Im Ausland werden nur die synthetisch hergestellten Mittel aufgerechnet. Laut einer Studie der OECD und einer Studie der Agroscope liegt der Einsatz gegenüber Deutschland um 42% tiefer.
Daraus kann abgeleitet werden, dass mit starken Einschränkungen die Probleme nur ins Ausland verlagert werden, statt sie bei uns zu lösen.

Verantwortungsvolle Produktion

Die Bauernfamilien sind darauf angewiesen, die eigenen Produkte verkaufen zu können. In der Schweiz gibt es diverse Gesetze und Vorschriften, welche bei der Behandlung einer Kultur eingehalten werden müssen. 


Warum unsere Pflanzen Schutz brauchen

Weitere Wissenswerte Informationen finden Sie im
Fokus Pflanzenschutz